Bildung & Lifestyle

Bildung und Rauchen

Männer ohne über die Pflichtschule hinausgehende schulische Bildung rauchen doppelt so häufig (35 %) wie Männer mit Matura oder Hochschulabschluss (17 %). Bei den Frauen sind die Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen etwas geringer, aber immer noch hoch signifikant (27 % gegenüber 17 %).

Bildung und Übergewicht

Ein ähnliches Bild zeigen die Daten der Gesundheitsbefragung hinsichtlich des Risikofaktors Übergewicht, wobei hier die Unterschiede bei den Frauen besonders ausgeprägt sind. Extremes Übergewicht (Adipositas) ist bei Frauen mit Pflichtschulabschluss 2,6mal häufiger zu finden als bei Frauen mit Matura oder darüber hinausgehender formaler Bildung.

 

Bildung und Vorsorgeverhalten

Auch im Vorsorgeverhalten belegen die Daten entsprechende bildungsspezifische Unterschiede. So liegt die Häufigkeit von Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen, Krebsabstrichen bzw. PSA-Tests zur Prostatakrebs-Früherkennung bei formal besser gebildeten Personen deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Bildung und Rauchen, Adipositas und Vorsorgeverhalten

 

 

Erwerbstätigkeit und Rauchen, Übergewicht, Vorsorgeverhalten

Wie stark sich soziale Benachteiligungen auf das Gesundheitsverhalten auswirken können, zeigen auch die Unterschiede zwischen erwerbstätigen und arbeitslosen Personen. 32 % der erwerbstätigen, aber 44 % der zum Zeitpunkt der Befragung arbeitslosen Männer rauchen, und extrem übergewichtig sind 9 % der erwerbstätigen, aber 22 % der von Arbeitslosigkeit betroffenen Frauen.

 

Erwerbstätigkeit und Rauchen, Übergewicht und Vorsorgeverhalten

 

Soziale Schicht, Schultyp und Übergewicht bei Kindern

Auch bei Kindern kann bereits der Einfluss von Bildung auf Übergewicht nachgewiesen werden, einerseits nach Schichtzugehörigkeit oder nach Schultyp.

 

Anteil von übergewichtigen Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren nach sozialer Herkunft (Unterschicht = 17 % ärmste Familien, Oberschicht = 5 % reichste Familien)

 

Anteile der Wiener SchülerInnen im Alter von 10 bis 15 Jahren aus Hauptschule und Gymnasium mit Übergewicht und Adipositas

 

Bildung und Sterblichkeit, Vergleich von 1981 und 1991

Wie Untersuchungen aus verschiedenen europäischen Ländern zeigen, hat sich die soziale Schere im Verlauf der letzten Jahrzehnte geweitet: Zwar steigt die Lebenserwartung auch in unteren Sozialschichten an, doch nicht so schnell wie in oberen Schichten, weshalb die Unterschiede größer werden.

So ist in höheren Sozialschichten die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Krankheiten stärker rückläufig als in unteren Schichten. Gleichzeitig haben sich bei Frauen und Männern aus unteren sozialen Schichten die Sterblichkeitsraten für Lungen- und Brustkrebs, für Krankheiten der Atmungsorgane und des Verdauungstrakts sowie für Verletzungen und Unfälle erhöht.

In Österreich sehen wir ähnliche Trends, wie eine Publikation der Akademie der Wissenschaften aus dem Jahr 2007 zeigt: So nahm die Sterblichkeit bei Männern mit geringer Bildung zwischen 1981 und 1991 nur um 14 % ab, während bei Männern mit hohem Ausbildungsgrad der Sterblichkeitsrückgang bei 27 % lag.

Bei Frauen gibt es ebenfalls Unterschiede in der Sterblichkeit je nach Ausbildungsgrad, jedoch sind die Unterschiede nicht so ausgeprägt: 12 % versus 17 % Rückgang bei den 30- bis 59-jährigen und 18 % versus 22 % Rückgang bei den 60- bis 74-jährigen Frauen.

Rückgang der Sterblichkeitsraten von 1981/82 zu 1991/92 in Österreich, je nach Ausbildungsstand, Alter und Geschlecht

Männer:

Frauen:


Literaturempfehlungen:

Mackenbach J. P./Bos V./Andersen O. et al.: Widening socioeconomic inequalities in
mortality in six Western European countries. Intern J of Epidemiology 32/2003, S. 830?837

Schwarz, F.: Vienna Yearbook of Population Research 2007, S.93/105

Gesundheit in Deutschland 2006, Robert Koch-Institut, ISBN 3-89606-173-9

www.wien.gv.at/who/pdf/duer.pdf.

www.wien.gv.at/who/pdf/siegfried.pdf.

HBSC 2002: Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) study, www.euro.who.int/Document/e82923.pdf

W. Dür (2004): Epidemiologie von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Symposium im Wiener Rathaus, 26. April 2004

Widhalm, K./Dietrich, S. Int J Obes Relat Metab Disord. 2004